Geschichte der Schule

Hinter der Idee der Schule als Institution steckt das Ziel, Wissen und Werte an Lernende zu vermitteln. Durch die Schule wird Bildung zugänglich gemacht und Lehrende können gemäß ihres Bildungsauftrags Kompetenzen der Lernenden herausbilden und fördern. Daraus resultiert das Ziel, Schülerinnen und Schüler zu eigenverantwortlichen und gebildeten Persönlichkeiten zu erziehen, die einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft und ihr soziales Umfeld leisten.

Entwicklung der Schule als Institution

Die Schule in ihren verschiedensten Formen und Strukturen hat in den vergangenen Jahrtausenden bedeutende Entwicklungen durchgemacht. Während sich die Inhalte des Unterrichts über mehrere Jahrhunderte nicht fundamental verändert haben (siehe septem artes liberales), hat vor allem ein Aspekt eine bedeutende Entwicklung erfahren – die soziale Zugänglichkeit. Schule und Unterricht waren in den vergangenen Geschichtsperioden nur für einen kleinen Teil der Gesellschaft, den Wohlhabenden, vorbehalten. Auch von einer geschlechtlichen Gleichberechtigung kann erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts gesprochen werden, als auch Mädchen beziehungsweise Frauen der Weg zur Bildung geebnet wurde.

Des Weiteren hat sich die Zielsetzung der Institution im Laufe der Zeit geändert. Während die Schule in der Vergangenheit eher als Instrument für den Staat diente, um staatstreue und volksverbundene Menschen zu erziehen, die einen bestimmten Zweck erfüllen, so liegt heute der Fokus auf das Individuum. Dieser Paradigmenwechsel hat also das Ergebnis, dass durch Didaktik und Pädagogik die bestmögliche Ausbildung und Erziehung der Lernenden angestrebt wird.

Waldorfschule – Idee und Konzept einer alternativen Schulform

Die erste Waldorfschule wurde im frühen 20. Jahrhundert gegründet, um die Kinder der Mitarbeiter der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik zu unterrichten. Unter der pädagogischen Leitung von Rudolf Steiner, der auf Grundlage seiner anthroposophischen Lehre die Waldorfpädagogik entwickelte, wurden alle Schüler unabhängig ihrer sozialen Herkunft und Begabungen gemeinsam unterrichtet. In der Blütezeit der Reformpädagogik konnte sich das pädagogische Konzept Steiners durchsetzen. Bis heute bildet es den ideellen Kern sämtlicher Waldorfschulen. Allein in Europa gibt es nahezu 800 Waldorfschulen.